Die Entwicklung von wirtschaftlichen Kompetenzfeldern und
der Ausbau von Clusterstrukturen wird bei zunehmender
Standortkonkurrenz immer wichtiger und stellt einen nicht zu
vernachlässigenden Standortvorteil dar. Unternehmen,
immer mehr auch kleine und mittlere Unternehmen, müssen
international agieren. Dies ist oft nur durch den Aufbau von
Zulieferer- und Abnehmernetzwerken und die Zusammenarbeit
entlang von Wertschöpfungsketten möglich. Der
Dienstleistungssektor ist in den letzten Jahren zum
Wachstumsmotor der Wirtschaft geworden. Entscheidende
Impulse gehen dabei von unternehmensnahen Dienstleistungen
und dem Megatrend Gesundheit aus. Allerdings
ist der Dienstleistungssektor in Ostwürttemberg gemessen
am Landesdurchschnitt deutlich unterentwickelt. Dies gilt
es zu ändern.
In Ostwürttemberg herrscht eine enorme Gründerzuversicht:
Die Chancen für eine erfolgreiche Gründung schätzt die
Bevölkerung nirgendwo im Bundesgebiet höher ein. Die tatsächliche
Gründungsintensität spiegelt diesen Optimismus
jedoch nicht wider. Dieses Potenzial gilt es zu erschließen.
Ostwürttemberg hat in den vergangenen Jahren wesentlich
von EU-Strukturfonds profitieren können, die für den Zeitraum
2007–2013 fortgeschrieben werden. Auch hiervon
muss die Region wiederum profitieren können. Wichtig hierbei
ist die Förderung von Investitionen in Erweiterungen,
Anlagevermögen und Verlagerungen sowie die Förderung
von regionalen innovativen Clustern.
Leitprojekte des Handlungsfeldes Wirtschaftsförderung
und Standortinitiativen:
- • Aufnahme in Förderprogramme der EU, des Bundes und
des Landes
- Flächendeckende Sicherstellung der Strukturförderung der
EU, aber auch des Bundes und des Landes für investive,
Arbeitsplatz schaffende und -sichernde Maßnahmen der kleinen
und mittleren Unternehmen sowie für innovative regionale
Cluster. Einfluss auf die Ausgestaltung der EU-Förderperiode
2007–2013, insbesondere mit Blick auf die weitere
Förderfähigkeit von kleinen und mittleren Unternehmen.
- • Regionale Wertschöpfungsketten nutzen und fördern
- Herausarbeitung von produkt- oder branchenbezogenen Prozessen zur Stärkung von regionalen Verflechtungen.
Schließung von Lücken und Ergänzung regionaler Wertschöpfungsketten
zur Nutzung neuer Marktchancen.
Voraussetzung hierfür ist die Etablierung von themen- bzw.
clusterbezogenen Prozess-Managern.
- • Stärkung unternehmensnaher Dienstleistungen
- Als Zielgruppe mit Entwicklungspotenzial wurden vor allem
Unternehmen mit weniger als 100 Beschäftigten identifiziert.
In dieser Zielgruppe ist nach einer qualifizierten Bedarfserhebung
für Wissenstransfer und Vernetzung zu sorgen.
Geeignete Instrumente sind eine internetbasierte Plattform,
die Kommunikation von Best-Practice Beispielen und es sollte
überlegt werden, ob Qualitätsstandards (Schaffung eines
Dienstleistungssiegels) die Entstehung von neuen Dienstleistern
und Zulieferern begünstigen.
- • Ausbau und Stärkung der Ostalb als Tourismusdestination
- Touristisch attraktive Regionen profitieren von der Gesamtschau
ihrer Alleinstellungsmerkmale. Die Vernetzung ist auszubauen.
Die Ostalb profiliert sich als eine attraktive
Destination. Es laufen derzeit Planungen für Tourismusprojekte
(z.B. Geopark, Weltkulturerbe Limes, Dachmarke
Gesundheit, Ritterland, Vogelherdhöhle, Höhlenerlebniswelt
oder Keltenforschung) mit einer Investitionssumme von
mehreren Millionen Euro. Diese gilt es mit Nachdruck zu
begleiten. Förderprogramme sind hierbei bestmöglich zu
nutzen.
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